Das Jahr 2020 kam für uns alle anders als wir es erhofft hatten. Negative Schlagzeilen hatten wir zur genüge, daher möchte ich am letzten Tag des Jahres nun einmal die positiven Dinge aufzählen, die sich für mich in 2020 ergeben haben.

Arbeit

Zu Beginn der Pandemie war das Chaos groß und niemand wusste, wie es nun weiter gehen soll. So auch beim Arbeiten. Über Nacht wurden bei uns alle, sofern dies möglich war, ins Home-Office geschickt. Da bei uns Home-Office schon etabliert war und einige Kollegen einen festen Home-Office-Tag in der Woche hatten, war die Umstellung der Technik kein Problem. So war Home-Office bei uns ab dem ersten Tag möglich. Es war zwar eine Umstellung, die Kollegen nur noch per Video zu sehen, aber die Arbeit lief wie gewohnt weiter. Und da wir in der Nahrungsmittelindustrie tätig sind, war bei uns Kurzarbeit kaum ein Thema. Zudem können wir uns echt auf auf der Sonnenseite sehen, denn im Gegensatz zu anderen Branchen, welche stärker an der “Corona-Front” waren, haben wir in der Nahrungsmittelindustrie einen Coronabonus bekommen.

Mittlerweile habe ich mich an das Arbeiten im Home-Office gewöhnt. Ich vermisse zwar den Austausch mit Kollegen, aber dafür spare ich mir eine Stunde Fahrzeit am Tag.

Ehrenamt

Auch ehrenamtlich war das Jahr ein stark schwankendes Jahr. Mein Engagement im Fußball hatte ich bereits 2019 zurückgefahren, so dass ich von den vielen Spielabsagen nur am Rande betroffen war. Jedoch habe ich bereits 2019 das Ehrenamt beim Deutschen Roten Kreuz verstärkt, weshalb es hier doch enorme Auswirkungen gab.

Erste Hilfe-Kurse

Zu Beginn des Jahres starteten wir mit den Erste Hilfe-Kurse noch ganz normal, nur ein paar Hygienemaßnahmen wurden erweitert. Doch im März kam dann auch hier der Stillstand und lange Zeit wurden keine Kurse angeboten. Als dann aber im Juni die Kurse wieder angeboten wurden, war der Ansturm riesig. Gerade Führerscheinanwärter benötigten dringend einen Kurs, damit sie endlich ihren Führerschein abholen durften. So waren auch Kurse an Sonn- und Feiertagen, welche normalerweise nicht angeboten worden sind, ratzfatz ausgebucht.

Da im Sommer ansonsten nicht viel möglich war und ich weiterhin den Kontakt heruntergefahren habe, waren die Kurse eine willkommene Abwechselung, um endlich mal wieder mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.

Fortbildung Rettungshelfer/-sanitäter

Im Dezember 2019 habe ich mich beim Rettungsdienst beworben um dort ehrenamtlich meine Ausbildung zum Rettungssanitäter zu machen. Damals ahnte ich natürlich noch nicht, was mich da gerade in diesem speziellen Jahr 2020 erwarten wurde. Anfang März begann die Ausbildung noch wie gewohnt, doch bereits nach einer Woche musste die Schule schließen und die Fortbildung war abgebrochen.

Erst im Juli konnte ich meine Ausbildung dann fortsetzen bzw. neu beginnen. Da wir eine kleine Gruppe von 6 Leuten war, war es platzmäßig überschaubar und wir konnten Abstand halten. Aber auch für’s Üben war die kleine Gruppe von Vorteil, denn so konnte jede(r) genug Praxis sammeln. Insgesamt musste ich dafür statt 4 Wochen insgesamt 5 Wochen Urlaub und Überstunden “opfern”. Da aber der geplante Urlaub eh abgesagt wurde, war dies zu verkraften.

Spannend wurde es dann nochmal im 2-wöchigen Klinikpraktikum Ende September.  Denn dort schlug Corona nochmal richtig ein und das Krankenhaus, in welchem ich war, musste die Notaufnahme schließen und überall herrschte Chaos. Aber ich bin froh dass ich noch einen Termin dafür in diesem Jahr bekommen habe und ohne Zwischenfälle das Praktikum zu Ende bringen konnte. Damit steht dem Abschlusslehrgang nichts mehr im Weg, sofern Corona nicht wieder ein Strich durch die Rechnung macht.

Rettungsdienst

Mit der Ausbildung zum Rettungshelfer waren auch 80 Stunden Rettungswachen-Praktikum erforderlich. Zum Glück war das ab August auch wieder möglich, so dass ich 7 12-Stunden-Schichten an den Wochenenden ablegen konnte.

Nachdem ich Ende September mein Rettungshelfer-Zeugnis in der Hand hatte, konnte ich auch bereits als vollwertiger Mitarbeiter im Krankentransport eingesetzt werden und einige Stunden Erfahrung sammeln.

Auch hier war ich echt froh, mal wieder unter Leute zu kommen und etwas anderes zu sehen.

820 Stunden Ehrenamt

Insgesamt habe ich in diesem Jahr 820 Stunden ehrenamtlich für das DRK aufgebracht. Vor allem die Fortbildung hat viel Zeit beansprucht. Aber auch die daraus folgenden Tätigkeiten im Rettungsdienst und die vielen Kurse für Ersthelfer haben Stunden gebracht. Zeit, die ich vermutlich in einem gewöhnlichen Jahr nicht in dieser Menge aufgebracht hätte. Somit hat Corona mir neue Möglichkeiten eröffnet. Ich war aber echt froh, dass ich diesen Ausgleich zum Home-Office hatte und zwischendurch mal wieder unter Leute gekommen bin. Ohne diese Abwechslung wäre Corona für mich vermutlich unerträglich geworden.